Adele Langenstein (*1994 in Karaganda) schafft vielschichtige künstlerische Welten mit minimalen Mitteln. Ihre Arbeit im graphischen und fotografischen Bereich beginnt dort, wo Ressourcen knapp sind: Ein alter Zeichenstift, die Linse eines in die Jahre gekommenen iPhones, das Spiel mit Schwarz und Weiß anstelle opulenter Farben. Für sie sind Reduktion und Wiederholung nicht nur formale Strategien, sondern eine gelebte Haltung. In ihren Werken durchlaufen einfache Motive einen ständigen Übersetzungsprozess zwischen analogen und digitalen Medien.
Zeichnungen werden eingescannt, digital gestreckt und auf Textilien gedruckt. Fotos brechen durch digitale Fehler aus gewohnten Formaten aus. Fehler, Verschiebungen und die Spuren des Handgemachten werden dabei zu Mitgestaltern der Form. Geprägt von einer Biografie der Migration und des Improvisierens, macht Adele Langenstein das Prinzip „Maximum aus dem Minimum“ zur Methodik. Ihre Arbeiten sind der schlüssige Beweis, dass visuelle Dichte und ästhetische Komplexität nicht aus Materialfülle entstehen, sondern aus der aufmerksamen Transformation des Einfachen.