Euna Gu studierte Malerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee, erhielt dort ihr Diplom und wurde Meisterschülerin von Hanns Schimansky.
Ausgehend von der Zeichnung untersucht sie im Dialog mit der Natur, wie sich Linien und daraus entstehende Formen räumlich entfalten und sich im Verlauf der Zeit wandeln.
Mit textilen Medien führt sie diese Untersuchung in reliefartigen Arbeiten fort, in denen die Zeichnung über die Fläche hinaus in den Raum tritt.
Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Zeichnung als zeitbasierter Prozess, in dem sich Wahrnehmung, sinnliche Erfahrungen der Natur, Erinnerung und Imagination im Material verdichten und Gestalt annehmen. Eine musikalische Sensibilität durchzieht diesen Prozess.
Die Übersetzung ihrer Zeichnungen in Musik erweitert diese Untersuchung um eine weitere zeitliche Dimension.
2023 erhielt sie den Förderpreis Junge Kunst der Rathaus-Galerie Reinickendorf und des Kunstvereins Centre Bagatelle in Berlin. Ihre Werke wurden bisher in Deutschland, Japan, Österreich, Südkorea, Belgien und den Vereinigten Staaten in Museen und Galerien gezeigt. Ihre Arbeiten befinden sich in der öffentlichen Sammlung der Graphothek Berlin sowie in Privatsammlungen in Deutschland, den Vereinigten Staaten, Südkorea und Spanien.
Sie lebt und arbeitet zwischen Frankfurt am Main und Seoul und ist seit 2026 im Atelierfrankfurt ansässig.